Spanien - Avila - Stadt der Steine und der Heiligen

Februar 20, 2008

Avila SpanienWer Avila besichtigen möchte, sollte seinen Besuch bereits zwei Kilometer vor der Stadt beginnen. Vom Hügel Los Cuatro Postes aus nämlich bietet sich einem ein spektakulärer Blick über die mittelalterliche Stadt. Betritt man danach die Provinzhauptstadt durch ihre massiven Stadtmauern, hat man das Gefühl als sei die Zeit im innersten Kern Avilas stehen geblieben. Dabei reicht die Geschichte der Stadt noch wesentlich weiter zurück als es die mittelalterliche Kulisse vermuten lassen würde. Bereits 700 vor Christus existierte hier eine Siedlung, die dann von den Römern zur Festung ausgebaut wurde. Mit dem Niedergang des römischen Imperiums setzte auch der Verfall Avilas ein. Erst unter der Herrschaft von Raimund von Burgund erholte sich die Stadt und erlebte im 16. Jahrhundert eine wahre Blütezeit. Aus dieser Zeit sind viele Baudenkmäler erhalten geblieben.

Avila SpanienWahrzeichen der Stadt ist die mächtige Mauer, die als besterhaltene in Europa gilt. Ihr Bau wurde im Jahr 1090 begonnen. Am interessantesten ist die Ostwand, wo der bekannteste der insgesamt 88 Türme zu finden ist. Der sogenannte “Cimorro” integriert einen Teil der Apsis der Kathedrale in die Stadtmauer. Er hat so die Funktion eines zusätzlichen Wehrturms, ist aber bei weitem der dekorativste. Ebenfalls an der östlichen Front liegen die Puerta del Alcázar und die Puerta de San Vincente, zwei Zwillingstore, welche die imposanten Wehrtürme flankieren. Von hier aus ist es den Besucher auch möglich, einen eigens dafür hergerichteten Teil der Stadtmauer zu besteigen und den Blick über die Stadt zu genießen. Durchschreitet man die Puerta del Peso de la Harina aus dem 16. Jahrhundert, sieht man sofort die beeindruckende Kathedrale. Auf den ersten Blick mag das Gotteshaus mehr an eine kriegerische Festung erinnern. In der Fassade vermischen sich gotische und barocke Element zu einem fast 43 Meter hohen Zinnenturm. Mit dem Bau der Kathedrale wurde bereits im 12. Jahrhundert begonnen, im 14. Jahrhundert folgten Anbauten und Erweiterungen zumeist im gotischen Stil. Bautechnisch sind vor allem die Höhe des Gebäudes und die Anordnung des Chorgangs beachtenswert. Insbesondere der Chorgang um den Hochaltar gilt als eine geniale Lösung des Problems von Spannung und Belastung. Im 17. Jahrhundert wurde die Hauptfassade vollendet. Im Inneren der Kathedrale sollte man dem Grabmal des Bischofs Alonso de Madrigal, mit seiner wunderschönen Ausführung in Alabaster, besondere Beachtung schenken. Faszinierend sind auch die Gemälde von Pedro Berruguette, Santa Cruz und Juan de Borogna, die als Höhepunkte spanischer Malkunst gefeiert werden. Im Anschluss empfiehlt sich auch ein Besuch des Kathedralmuseum, in dem wertvolle Skulpturen, Bücher, Sakralgegenstände und sogar ein Gemälde von El Greco untergebracht sind.

Avila SpanienVon hier führt die Strasse Calle de los Reyes Católicos zur Plaza del Mercado Chico, einem ehemaligen römischem Forum. Hier befindet sich die Kirche San Iglesia de San Juan, in der die heilige Therese getauft wurde. Das Taufbecken ist bis heute erhalten geblieben. Am gleichen Platz liegt auch das Rathaus von Avila. Folgt man der Strasse Calle de López Núnez, kann man die Herrschaftshäuser der Familie Aguila und das Palais der Familie Verdugo besichtigen. Beide sind herausragende Bauten, die in ihrem Stil ganz der militärischen Strenge und Sachlichkeit entsprechen, die typisch für Avila ist. Nicht ohne Grund trägt Avila den Beinahmen “de los Caballeros”, die Ritterstadt. Es gibt eine Vielzahl von Adelshäusern, die zwar im Lauf der Zeit an Glanz verloren haben, aber immer noch beachtliche Werke der profanen Baukunst sind. Sehenswert sind in dieser Hinsicht besonders der Palacio de Benavites, heute ein Parador, also ein staatliches Luxushotel. Darüber hinaus das Palais Polentinos, mit einer schönen Renaissance Fassade und der Palast der Familie Dávila. Diese Anlage besteht aus vier Häusern, die jeweils in einem anderen Stil errichtet wurden. Sie ergeben eine Art Festung mit Zinnen und Schießscharten. Ganz in der Nähe erreicht man das Kloster Mosén Rubí, mit Elementen aus der Gotik und der Renaissance und das älteste Tor der Stadtmauer: Portillo de Mariscal. Das der heiligen Theresa gewidmete Kloster Convento de Santa Teresa, liegt an der Plaza de la Santa und wurde auf dem Grundstück ihres Geburtshauses, des Herrschaftshauses der Familie Cepeda erbaut. Man sollte sich die Schnitzereien und die schöne Kapelle ansehen, die auch den Namen der Reformatorin des Karmeliterordens trägt.

Avila SpanienEine der ältesten Kirchen der Stadt ist Iglesia de San Pedro, am Platz El Grande gelegen, in dessen Nähe sich auch die Klöster Conceptionistas und Nuestra Senora de Garcia befinden. In letzteres trat die heilige Therese mit 16 Jahren ein. Gegenüber kann man die romanische Kirche Santo Tomá el Viejo besichtigen. Läuft man durch die Strasse Calle del Teatro, gelangt man direkt in den Park San Vincente, mit groîen Steinplatten aus der Römerzeit. Neben dem Park erhebt sich die Basilika San Vicente, das schönste romanische Bauwerk der Stadt. Sie wurde im 12. Jahrhundert gebaut um drei Märtyrer zu würdigen , die an dieser Stelle den Tod fanden. Bemerkenswert ist die westliche Fassade El Pórtico de la Gloria de -vila. Im Inneren beeindruckt die Basilika durch ein ungewöhnlichen Zusammenspiel von Raum und Licht. In geringer Entfernung kann man auch noch der Kirche San Andrés einen Besuch abstatten. Einem romanischen Gotteshaus, in dessen Kapelle eines der besterhaltenen Kapitelle aufbewahrt wird. Erwähnenswert ist auch das Kloster Monasterio e Santo Tomás, ein Meisterwerk der isabellinischen Gotik, dessen Bau im Jahr 1493 vollendet wurde. Es beherbergt die Grabanlage des Kronprinzen Juan mit Kunstwerken von Domenico Fancelli. Unbedingt anzusehen sind auch die drei wunderschönen Kreuzgänge: des Noviziats, des Schweigen und der Könige.

Spanien - Badajoz

Februar 18, 2008

Extremadura SpanienObwohl sich die Autonomiegemeinschaft Extremadura im Landesinneren Spaniens befindet, spielt das Wasser eine wichtige Rolle für die extremeñische Landschaft, insbesondere in der Provinz Badajoz. Die Extremadura bietet mehr als 40 Stauseen, unzählige Schluchten und zahlreiche natürliche Bademöglichkeiten. Diese Ökosysteme eignen sich gut zur passiven Erholung; aber auch Aktivtouristen finden Abwechslung beim Angeln oder Segeln. Fünf Stauseen befinden sich im Nordwesten der Provinz Badajoz, die auf der Route “Farbe des Wassers” liegen. Der Stausee von Cíjara, ein Jagd- und Angelparadies. Der See grenzt an die Provinzen Toledo, Cáceres und Ciudad Real und gehört mit seinem groben Hechtvorkommen zu den besten Fischgründen der Extremadura. Aber auch Jäger kommen in dem nahegelegenen Nationalen Jagdreservat Cíjara auf ihre Kosten. In der Umgebung befindet sich das Örtchen Castilloblanco, in dem die arabisch beeinflubten Stadtviertel “Picocerro” und “Perchel” sowie die Pfarrkiche San Cristóbal aus dem 15. Jh. besondere Aufmerksamkeit verdienen. Außerdem ist Castilloblanco berühmt für seinen Käse. Auch Villarta de los Montes ist wegen eines Barockaltars in der Kirche Santa María Magdalena und der kleinen Einsiedelei von Ntra. Sra. de la Antigua im Mudejarstil einen Besuch wert.

Der Stausee von García de Sola, ideal für den Wassersport. Neben dem Fischreichtum, den der Stausee von García de Sola zu bieten hat (Barben, Karpfen und Hechte) und den vielen unterschiedlichen Wasservögeln, die an seinem Ufer nisten, ist er ein El Dorado für Wassersportler, Segler, Windsurfer und Kanuten. In der Umgebung lohnen das Thermalbad von Valdefernando oder die Felsmalereien von Peloche einen Besuch. Der See hat seinen besonderen ökologischen Wert durch das Zusammenspiel eines groben Feuchtgebiets, versteppten Landstrichen und Weideland. Sie bilden drei völlig unterschiedliche Ökosyteme. In der Mitte des Sees ragt genau an der Stelle, wo sich ehemals die römische Stadt Lacimurga befand, der Felsen “Peñon del Cogolludo” heraus.

Extremadura SpanienIn direkter Nähe des ausgezeichnet zum Angeln geeigneten Stausees liegt Puebla de Alcocer mit seiner gut erhaltenen Felsenburg. In Esparragosa de Lares lockt ein sehenswertes Rathaus mit Säulengang und die Kirche Sta. Catalina de Alejandría die Besucher an. Nach Campanario sollte man vor allem in der Karwoche reisen, da die Einwohner am Ostermontag zum Sankturaium von Ntra. Sra. De Pedraescrita wallen. Mit diesem Stausee verfügt die Provinz Badajoz über eine lange Süßwasserküste, an der sich zahlreiche Angel- und Wassersportzentren befinden. Auch die Umgebung des Stausees von La Serena ist reizvoll. Bemerkenswert ist die Burganlage von Capilla, die Einsiedelei Ntra. Sra. de Nazaret in Garlitos sowie die öffentlichen und kirchlichen Gebäude von Cabeza de Buey. Auch das Fronleichnamsfest “Octava del Corpus” von Peñalsordo lohnt einen Besuch.

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