Kenia
Januar 12, 2008 · Diesen Beitrag drucken
In Kenia, dem vom Äquator geteilten Land, offenbart sich Schwarzafrika. Endlos weite Savannen, nur bevölkert von Büffeln, Elefanten, Giraffen und Wildkatzen. An den tropischen Stränden locken Palmen, weißer Sand und erstklassige Hotels. Kenia ist das Ziel derer, die Naturschönheiten suchen. Prägend ist die Savanne. Doch das Land, fast doppelt so groß wie Deutschland, bietet viel mehr: Palmenbestandene Traumstrände am Indischen Ozean mit einer einzigartigen Unterwasserwelt in den Korallenriffs südlich von Mombasa, Bergwälder und Kraterseen, alpines Hochgebirge am Mount Kenya, Wüstengebiete und das Rift Valley, der Ostafrikanische Graben. Darin reiht sich See an See, die Heimat unzähliger Vögel. Berühmt ist der Nakuru-See, ein Paradies der Flamingos. Legendär sind die Nationalparks und Wildreservate Amboseli, Masai Mara - das im Süden an die berühmte Serengeti in Tansania grenzt - und Tsavo. Großwildjäger trifft man hier nicht mehr; die Jagd ist in Kenia verboten und auf Wilderer warten drakonische Strafen. Heute geht es im Geländewagen auf Fotopirsch: Elefant, Nashorn, Büffel, Löwe und Leopard sind die beliebtesten Ziele. Dazu die Atmosphäre des freien, wilden Lebens - nicht nur, wenn eine Büffelherde durchbricht, sondern auch, wenn die fremdartigen Geräusche die Nacht in einer komfortablen Safari-Lodge oder einem einfachen Zeltlager begleiten.
Kenianisches Essen ist so vielfältig wie die Völker, die dort wohnen, aber für Europäer immer fremdartig. Vom jahrhundertelangen Kulturaustausch zwischen Afrika, Indien und Arabien begünstigt, warten auf den Gast zahllose köstliche Alternativen. Kenianer wollen vor allem satt werden, entsprechend stärkehaltig ist das Essen. Irio z.B., das Nationalgericht der Kikuyu, ist ein Eintopf aus Mais, Bohnen und Kartoffeln. Als sättigende Grundlagen werden auch Maniok und Kochbananen verwendet. Die landestypische Küche ist für europäische Gaumen aber gewöhnungsbedürftig, ebenso die mobilen Garküchen und Bretterbuden, wo sie angeboten wird. In den Großstädten sowie in den Urlaubsgebieten an der Küste gibt es als Alternative Spezialitätenrestaurants verschiedenster Provenienz: orientalisch-asiatische, indische, pakistanische und chinesische, aber auch europäische Küche. Daneben bieten Restaurants exotische Wildgerichte an wie Krokodil, Gazelle oder Strauß. Das beliebteste Getränk in Kenia ist einheimisches Bier und durchaus empfehlenswert. Neuerdings wird auch Weiß- und Rotwein aus Papayas und Trauben angeboten. Aus lokaler Produktion stammt Kenya Cane, ein Zuckerrohrschnaps, und Kenya Gold, ein Kaffeelikör. Die meisten alkoholischen Getränke werden jedoch importiert und sind entsprechend teuer. Die internationalen Erfrischungsgetränke findet man ebenso überall wie Kaffee und Tee, beides kenianische Exportprodukte. Unbedingt probieren sollte man Tangawizi, ein Ginger Ale, das wirklich noch aus Ingwer hergestellt wird.
Angeln, Tauchen, Schnorcheln, Surfen, Segeln, Tennis, Golf, Reiten, Trekking und Bergsteigen. Kaum ein Wunsch bleibt offen. Nur die Großwildjagd ist wegen des rückläufigen Wildbestandes in Kenia streng verboten. Die 500 Kilometer lange Küste Kenias ist ein Paradies für Wassersportler. Die Korallenbänke vor der Küste bieten Tauchern und Schnorchlern eine faszinierende Unterwasserwelt. Die reichen Fischgründe des Indischen Ozeans machen Kenia zu einem lohnenden Ziel für Hochseeangler, aber auch die klaren Gebirgsbäche um den Mount Kenya und der fischreiche Viktoria-See versprechen einen guten Fang. Kenia verfügt über knapp 40 Golfplätze; viele davon in den Urlaubsgebieten an der Küste oder in besonders reizvoller Lage im Inland, z.B. mit Blick auf den Mount Kenya. Dieser mit 5.199 Metern höchste Berg des Landes ist eine Herausforderung für Wanderer und Bergsteiger; der Hauptgipfel (Schwierigkeitsgrad VII) erfordert große Erfahrung. Ebenso lohnen sich Touren auf den Mount Elgon in Westkenia, den Vulkan Mount Longonot und durch die Schluchten im Hell’s Gate National Park. Reiter brauchen sich in Kenia nicht mit kurzen Ausritten zufrieden zu geben. Möglich sind Reitsafaris zu Pferd oder Kamel durch verschiedene Nationalparks.
Obwohl Entwicklungsland, bietet Kenia Nachtschwärmern einiges, sofern man sich in den großen Städten und in den Badeorten an der Küste aufhält: Nachtclubs, Discotheken, Spielcasinos. Das Nachtleben in den großen Städten und an der Küste ist durchaus kein Privileg der Feriengäste. Überall findet man einheimische Clubs, deren Standard allerdings eher Abenteurer anspricht. Das gilt besonders für die Hafenstadt Mombasa. In den großen Hotels und Spielcasinos findet man jedoch europäischen Standards entsprechende Discotheken und Nachtclubs. Daneben zahlreiche Restaurants, in denen man einen gepflegten Abend bei einem festlichen Dinner verbringen kann. Diese Art der Abendunterhaltung ist auf einer Safari nur in den komfortablen Lodges möglich. Aber Gespräche vor einem Zelt unter freiem Himmel, begleitet von den Rufen wilder Tiere, haben ihren ganz besonderen Reiz.
Kenia ist ein Entwicklungsland mit mehr als fünfzig Volksgruppen. Neben der Amtssprache Kiswaheli spricht man mindestens dreißig Sprachen, am verbreitetsten ist - zumindest in den Städten - allerdings Englisch. Tradition und Moderne treffen immer öfter aufeinander. Nairobi präsentiert sich als brodelndes Völkergemisch: Afrikaner, Araber, Inder und Europäer. Europäische Kleidung wechselt mit traditioneller Kleidung: Exotisch die Masai- Männer, die als einziges Kleidungsstück einen roten Umhang über die Schulter geworfen haben. An der Küste dominiert moslemische Kleidung: Die Frauen im Bui-bui, einem schwarzen Umhang, die Männer mit der Muslimkappe auf dem Kopf. Aber der Eindruck, Kenia sei vom Islam geprägt, täuscht. Nur sechs Prozent der kenianischen Bevölkerung bekennen sich zum Islam, gut ein Drittel sind Christen, eine Minderheit Hindus. Die Mehrheit folgt traditionellen afrikanischen Religionen. Nairobi ist Regierungssitz und Wirtschaftszentrum von Kenia. Hier ticken die Uhren schneller als in Mombasa, der Hafenmetropole an der Küste. Pole pole, ”immer mit der Ruhe” und Hakuna matata, ”kein Problem”, charakterisieren hier die Lebensphilosophie - das schwüle Küstenklima erfordert eine ruhigere Gangart.
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