Venezuela

August 2, 2008

VenezuelaVenezuela steckt voller Kontraste: karibische Strände und Inseln im Norden, fruchtbare Flussdeltas in der Mitte des Landes, schneebedecktes Hochgebirge im Nordwesten, Savannen mit Tafelbergen und dem über 1.000 Meter hohen Wasserfall „Angel Falls“ im Südosten, Regenwald im Süden. Urlaub unter Palmen ist hier ebenso möglich wie Abenteuerurlaub im Urwald. Die aus Europäern, Afrikanern und Indianern buntgemischte Bevölkerung heißt Fremde herzlich willkommen. Man darf nur nicht den Fehler begehen, den „Landeshelden“ zu wenig zu respektieren - der Libertador Simón Bolívar, der Anfang des 19. Jh. für die Unabhängigkeit Südamerikas kämpfte, wird in Venezuela verehrt wie ein Heiliger. Ein ganzer Bundesstaat samt seiner Hauptstadt ist nach ihm benannt und beinahe jeder Ort verfügt über eine Plaza Bolívar, die man lieber nicht voll bepackt oder gar mit einem Rucksack überqueren sollte. Sogar das Füßehochlegen auf einer Bank auf dem Platz kann die Polizei in Aktion bringen. Zu den Feriengästen in Venezuela gehören nicht nur Europäer und US-Amerikaner, auch die Venezolanos selbst reisen gern in ihrem eigenen Land. Vor allem um Weihnachten und Ostern sowie zum Karneval und in den Schulferien im August besuchen sie Freunde und Verwandte oder beleben die beliebten Ferienziele Puerto La Cruz und Isla Margarita.

VenezuelaDie Einheimischen essen mittags oft in kleinen einfachen Lokalen, den Tascas. Dort wird immer eine Comida corriente, ein Tagesgericht, angeboten, das häufig aus schwarzen Bohnen, Reis mit gut gewürztem Fleisch und Plátanos, Kochbananen, besteht. Oder es gibt eine Suppe: Mondongo ist ein Eintopf mit Kutteln, Sancoche enthält große Fisch- oder Fleischstücken. Der kleine Hunger wird mit Arepas, Maispfannkuchen mit Käse, Shrimps, Fleisch, Schinken, Eiern oder allerhand anderen Zutaten, oder mit Empanadas, unterschiedlich gefüllten Teigtaschen, gestillt. Daneben hat jede Region ihre eigenen Spezialitäten: An der Küste werden frische Meeresfrüchte wie Karibik-Garnelen, Krebse, Langusten oder Tintenfisch, oft mit seiner schwarzen Tinte gewürzt, angeboten. In den Flussgebieten sind Lau-Lau-Fisch oder Trucha, Forelle, sehr beliebt. Im Llanos-Gebiet wird vorzugsweise gegrilltes Fleisch, rund um Coro geschmorte Ziege gegessen. Das populärste alkoholische Getränk ist das einheimische Bier Polar. Wein wird in Venezuela kaum angebaut und wenn, dann in keiner besonderen Qualität, Ausnahme: Altagracia-Weine. Dafür bekommt man aber gute chilenische und argentinische Weine zu akzeptablen Preisen. Favorit unter den „härteren“ Spirituosen ist der Ron - Rum in verschiedenen Qualitäten und Variationen. Auf keinen Fall versäumen sollte man die frischen Fruchtsäfte. Sie sind nicht nur lecker und vitaminreich, man findet auch Früchte, die in Europa so gut wie unbekannt sind wie z.B. Guanabana. Kaffeetrinker werden sich an dem ausgezeichneten Espresso erfreuen, den man negro (schwarz), marrón (mit Milch) oder als café con leche (mit viel Milch) bestellen kann.

VenezuelaEgal, welche Sportart man bevorzugt, Venezuela offeriert ein vielseitiges Angebot: Surfer finden auf der Isla Margarita und auf der Halbinsel Paraguaná bei Coro anspruchsvolle Reviere. Paradiesisch zeigen sich die Küstengebiete für Schnorchler und Taucher. Bunte, exotische Fische, rote Seesterne und große Korallenriffe bezaubern die Unterwassersportler. Die Strände sind zwar nicht überall weiß, feinsandig und palmenbestanden, wie man das in der Karibik erwartet, aber auch vorhanden. Abenteuerlustige halten sich mehr im Landesinneren auf und wandern durch den Urwald oder erklimmen Andengipfel. Eine entsprechende Ausrüstung ist unerlässlich. Außerdem sollte man auch als erfahrener Wanderer niemals alleine aufbrechen, sondern sich einer geführten Tour anschließen. Ausflüge in den Anden werden auch für Mountainbiker organisiert. Golfer haben keine sehr große Auswahl: Die meisten der wenigen Plätze sind privat. Öffentliche Plätze bestehen in Caracas, La Guaira und Puerto La Cruz, außerdem besitzen manche großen Luxushotels eigene Plätze, die auch Nicht-Hotelgäste bespielen dürfen.

VenezuelaDie größte und beste Auswahl an Restaurants finden Gourmets in der Hauptstadt Caracas. Doch auch in den anderen Städten serviert man sowohl venezolanische Küche als auch Spezialitäten aus aller Herren Länder. Am weitesten verbreitet sind Tascas - kleine Lokale, die vor allem mittags einfache Gerichte anbieten. Um den schnellen Hunger zu bekämpfen, kann man überall „Gringo“-Fast-Food-Restaurants wie McDonalds oder Pizza-Hut finden, einheimische Snacks bekommt man in den so genannten Areperas. Bars und Kneipen gibt es fast überall zur Genüge. Zu einer bei Urlaubern besonders beliebten Flaniermeile hat sich die Uferpromenade Paseo Colon in Puerto La Cruz entwickelt. Zahlreiche Bars, Restaurants und Geschäfte locken hier mit ihrem Angebot. Die meisten Discotheken befinden sich ebenfalls in Caracas, dicht gefolgt von den Urlaubsorten Porlamar auf der Isla Margarita und Puerto La Cruz. Vorherrschende Musikrichtung ist ein Mix aus Salsa, Merengue, Reggae und westlichen Rock- und Pop-Beats. Einige Discos öffnen nur an den Wochenenden ihre Pforten, Eintritt wird häufig auch nur an denselben verlangt. Musik und Getränke gibt es in der Regel ab ca. 21 Uhr, voller wird es allerdings erst ab 23 Uhr.

VenezuelaIn dem über 916.000 Quadratkilometer großen Land, das seit der Förderung von Erdöl zu den reichsten Südamerikas zählt, lebt eine bunt gemischte Bevölkerung. In den großen Städten herrscht quirliges, modernes Leben inmitten kolonialer und ultramoderner Architektur, in ländlichen Regionen besteht noch eine traditionelle Kultur und tief im Landesinneren leben Indianervölker in recht ursprünglichen Verhältnissen. So multi-ethnisch wie die Menschen sind auch ihre Feste. Bei den Patronatsfesten mischen sich spanische, indianische und afrikanische Einflüsse. Was dabei heraus kommt sind bunte, überschäumende Ferias mit Prozessionen und viel Musik. Die Venezolanos sind meist sehr offene Menschen, die so ihre Eigenheiten haben. Spricht man ein wenig spanisch, findet man schnell freundliche Gesprächspartner. Versprechungen oder Einladungen, die gemacht werden, sollte man jedoch nicht unbedingt für bare Münze nehmen. Sehr dehnbar sind auch die Begriffe von Zeit und Raum: Mañana bedeutet daher nicht unbedingt „morgen“, und wenn eine Sehenswürdigkeit cerquitica, „ganz in der Nähe“, ist, kann es doch sein, dass man noch eine Stunde dorthin laufen muss.

Kolumbien

Januar 11, 2008

Kolumbien im Nordwesten Südamerikas wird im Westen vom Pazifischen Ozean und im Norden vom Karibischen Meer und Venezuela begrenzt. Im Osten reicht das Land bis an die brasilianische Grenze im Amazonas-Tiefland. Das Land wird von drei Großlandschaften bestimmt: Die Westhälfte Kolumbiens wird von Gebirgsketten mit Höhen bis zu 5.775 Metern eingerahmt, die fast die Hälfte des Landes bedecken und aufgrund der angenehmeren klimatischen Gegebenheiten das Hauptsiedlungsgebiet darstellen. Das Küstentiefland teilt sich in das feuchtere pazifische Tiefland mit ausgedehnten Waldgebieten und das ausgesprochen trockene nördliche karibische Tiefland, wo sich nur an den Hängen der Andenausläufer Waldgebiete, sonst Graslandschaften finden. Östlich der Gebirge beginnen in ca. 500 Meter Höhe Grasebenen. Dieses Gebiet der großen Rinderherden sinkt nach Osten hin weiter ab und geht im Südosten in das Amazonasgebiet mit tropischen Regenwäldern über. Bei Urlaubern hinterlässt Kolumbien einen abwechslungsreichen Eindruck: Am Amazonas kommen Abenteurer auf ihre Kosten, denn dort kann eine einzigartige tropische Tier- und Pflanzenwelt bestaunt werden. Eine komplett andere, aber ebenfalls attraktive Natur können Urlauber in der einzigartigen Gebirgswelt der Anden entdecken, wo auch Bergsteiger häufig anzutreffen sind. Die Küstenlandschaft am Pazifik wiederum lockt Besucher mit weiten, unberührten Sandstränden, und in den Großstädten pulsiert das Leben auf schillernden Märkten und in kleinen Gassen.