Deutschland

Mai 26, 2008

DeutschlandWer in Deutschland Urlaub machen will, muss sich erst mal grundsätzlich entscheiden: Berge oder Meer, urbanes Leben oder Natur pur. Der Puls der modernen Zeit schlägt in den Millionenstädten Berlin, Hamburg, München und Köln, Ruhe und Entspannung findet man in dünner besiedelten Regionen wie dem Bayerischen Wald oder der Mecklenburgischen Seenplatte…
Überall finden Kultur- und Geschichtsinteressierte reichlich Geistesnahrung. Das Pergamonmuseum auf der Berliner Museumsinsel, das Kölner Wallraf-Richartz-Museum für moderne Kunst oder die Alte und Neue Pinakothek in München genießen Weltruhm. Auf den Spuren der Römer kann man am Limes, dem ehemaligen Grenzwall, und in Trier auf der Porta Nigra wandeln. Bedeutende Bauwerke aus der Karolinger Zeit sind in Aachen mit dem Dom und in Lorsch an der Hessischen Bergstraße mit der Königshalle erhalten. Der älteste Gotikbau diesseits der Alpen ist die Elisabethkirche in Marburg, bekannter allerdings das Kölner Wahrzeichen, das im 13. Jahrhundert begonnen und im 19. Jahrhundert vollendet wurde. Einzigartige Bauwerke der Backsteingotik zeugen von mittelalterlicher Macht und Reichtum der Hansestädte - allen voran Lübeck mit dem berühmten Holstentor.

Nur in Ruinen erhalten sind die Renaissance-Bauten des Heidelberger Schlosses in malerischer Hanglage über dem Neckar. Eins der schönsten Werke des europäischen Barocks kann man mit dem Dresdner Zwinger besichtigen, mit dem August der Starke seine politische Macht demonstrierte. Vor allem zur privaten Erbauung baute Friedrich der Große in Potsdam sein Lustschlösschen Sanssouci in reichem Rokokostil. Wirkungsstätten der deutschen Klassik kann man in Weimar besuchen, der Berliner Dom bezeugt den Historismus der Bauherrn im 19. Jahrhundert. Ein Zentrum des Jugendstils war die Mathildenhöhe in Darmstadt, noch heute zeigen viele Villen diesen verspielten Stil. Zahlreiche Bauten des Bauhausgründers Walter Gropius können in Dessau besichtigt werden. Einen guten Überblick über die Formensprache der gegenwärtigen Repräsentationsarchitektur erhält der Besucher des Potsdamer Platzes in Berlin, auch der neugestaltete Reichstag von Sir Norman Foster lohnt einen Besuch.

DeutschlandLabskaus aus pürierten Kartoffeln und Rindfleisch, serviert mit Spiegelei, Rote Beete und Rollmops oder Handkäs’ mit Musik (Harzer Roller mit Zwiebeln in Essig und Öl). Während das norddeutsche Nationalgericht südlich der Küste nur Kopfschütteln auslöst, reicht vielen Deutschen außerhalb Hessens die bloße Erwähnung der pikanten Spezialität, um sich unwohl zu fühlen. So vielfältig wie die Landschaften Deutschlands sind die regionalen Küchen. Häufig handelt es sich um traditionelle Gerichte der Landbevölkerung, die aßen, was Felder, Wälder und Gewässer hergaben. Seit einigen Jahren erleben diese Rezepte eine Renaissance - geschickt verfeinerte Kombinationen mit internationalen Elementen erweitern den klassischen Speisekanon. Der entstammt dem bürgerlichen Milieu und besagt, dass eine Hauptmahlzeit aus Vorsuppe, Fleisch- oder Fischgericht mit Kartoffeln, Gemüse oder Salat und Dessert besteht. Gerne werden an kalten Wintertagen Eintopfgerichte wie Erbsen- und Linsensuppe, Grünkohl mit Pinkel (Grützwurst) und Sauerkraut mit Eisbein oder Rippchen gegessen. Ein beliebter Wintersalat ist Rapunzel oder Feldsalat, gehaltvoll angerichtet mit Speck und Croutons. Obwohl König Friedrich II. von Preußen mit der Einführung der Kartoffel als Grundnahrungsmittel die Zahl der Hungersnöte erheblich reduzierte, gehört Brot nach wie vor zu den Lieblingslebensmitteln der Deutschen. Rund 85 Kilogramm verzehrt jeder pro Jahr in Form von Brot, Brötchen, Teilchen und Kuchen. Kein anderes Land der Erde kennt so viele verschiedene Brot- und Gebäcksorten vom norddeutschen Pumpernickel bis zur bayerischen Laugenbrez’n. Das deutsche Reinheitsgebot, das für Bier nur die Zutaten Gerste, Hopfen und Wasser zulässt, ist weithin bekannt. Zahlreiche Groß- und Kleinstbrauereien produzieren heute Pils und Kölsch, Weizen-, Alt-, Schwarz- und Starkbier überall in der Republik. Weinfreunde hingegen kommen im Süden Deutschlands auf ihre Kosten, gute Rot- und Spitzenweißweine gedeihen in den Weinbergen in Baden, Rheinhessen und der Pfalz.

DeutschlandDie Sport- und Freizeitmöglichkeiten sind in Deutschland nahezu überall hervorragend, entsprechende Vereine, Studios, Anlagen und Veranstalter sind leicht zu finden. Nahezu jede Stadt verfügt über ein eigenes Stadion, in dem der örtliche Fußballverein spielt und trainiert. Auch Schwimmbäder und Fitnessstudios gehören zur Grundausstattung eines jeden Ortes. Zu Tennisplätzen und Golfanlagen muss man nirgendwo sonderlich weit fahren. An der Küste und auf den vielen natürlichen und Stauseen wird Wassersport von Tauchen über Wasserski bis Windsurfen angeboten. Wer mit dem Fahrrad oder zu Fuß die Landschaft erkunden möchte, sollte sich vorher über das Höhenprofil informieren, generell ist der Norden flacher als der Süden, aber auch die deutschen Mittelgebirge haben es in sich. Weniger häufig anzutreffen sind Reiterhöfe, bei denen man Ausflüge hoch zu Ross buchen kann, und Kartanlagen, in denen man seine Schumacher-Qualitäten testen kann. Zu einem regelrechten Volkssport hat sich das Inline-Skaten in Deutschland entwickelt. Sobald es die Temperaturen zulassen, wird jeder halbwegs geteerte Weg zum Rollfeld. Immer mehr Reiseveranstalter folgen dem Trend und bieten organisierte Skater-Touren an, bei denen man sich nicht um Unterkunft, Verpflegung und Route kümmern muss, sondern einfach die Landschaft genießen kann. Ist der Winter ein ”richtiger” mit Eis und Schnee, laden nicht nur die alpinen Regionen, sondern auch die Mittelgebirge wie Eifel, Sauerland, Harz und Rhön zum Wintersport ein, auf zugefrorenen Seen und Flüssen ist sogar Schlittschuhlaufen möglich. Auch künstliche Eisbahnen - ob mobil oder stationär - werden immer beliebter.

DeutschlandScheunen- oder Großraumdisco, Theater oder Konzert, deutsche Eckkneipe, griechische Taverne oder irischer Pub? Massenveranstaltungen wie Rock am Ring und Loveparade oder intime Jamsession im Jazzclub? Egal, welche Art von Abendunterhaltung Urlauber suchen, sie werden in den allermeisten Fällen fündig. Die Metropolen und Großstädte bieten die umfassendste Auswahl: Ob Discotheken, Nachtclubs oder Cocktailbars, Varieté, Experimentalbühnen, Oper oder Kabarett - die einschlägigen Stadtmagazine informieren regelmäßig über die meisten Veranstaltungen und Lokalitäten. Generell ist im Sommer mehr los als im Winter, doch am Rhein beginnt die Freiluftsaison schon im Februar oder März: Zum Karneval hält es vom Bodensee bis Düsseldorf den Jecken nicht zuhause, denn der ”echte” Karneval, das ist der auf der Straße. Zahlreiche Festivals locken von Mai bis September die Menschen unter den freien Himmel, ob es dabei rockig oder klassisch, theatralisch oder humorvoll zugeht, bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen. Ein besonderes Erlebnis sind die alljährlichen Höhenfeuerwerke und Illuminationen von exponierten Orten wie dem Heidelberger Schloss oder dem Deutschen Eck in Koblenz, wenn der ”Rhein in Flammen” steht. Organisierte Wettbewerbe berühmter Pyrotechniker bieten den Zuschauern unvergessliche Vorstellungen. Im Spätsommer ist zudem die hohe Zeit der Kirmes- und Kirchweihfeste, Großveranstaltungen wie das Münchner Oktoberfest und die Cannstatter Was’n bei Stuttgart ziehen Millionen Besucher an und überbrücken die Zeit bis zu den zahlreichen Weinfesten in Rheinhessen, Baden und der Pfalz. Und dann dauert es nicht mehr lange, bis in vielen Städten stimmungsvolle Weihnachtsmärkte eröffnen, und man sich an einem Glühwein wärmen kann.

DeutschlandTief im Herzen sind die meisten Deutschen nicht so sehr ihrem Staat, sondern dem heimatlichen Landstrich oder der Region verbunden; sie sind zuallererst Schwaben oder Rheinländer, Mecklenburger oder Sachsen, Franken oder Westfalen, Schleswiger oder Hessen. Der Schuhplattler der Bayern stößt im Hannoverschen auf ebenso großes Unverständnis wie in Baden die norddeutsche Sitte des Treppefegens, wenn ein Single den 30. Geburtstag feiert. Einig sind sich lediglich alle darin, dass ihre Landschaft die schönste, das Wetter am besten und der Nachbar am freundlichsten ist. Oder aber nicht, denn dann hat man einen Grund zum Jammern - was manchmal die Lieblingsbeschäftigung der Deutschen zu sein scheint und wiederum Nord und Süd vereint. Denn im Leben das Positive zu sehen fällt vielen schwer; die Leichtigkeit des Seins ist dem Volk der Dichter und Denker nur in begrenztem Maß gegeben. Daran konnte auch die Comedy- und Spaßwelle der letzten Jahre wenig ändern, denn das christliche Erbe wiegt schwer: „Wenn das Leben köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen“. Dabei gibt es so viele Dinge, auf die man guten Gewissens stolz sein darf: Eine stabile Demokratie seit 1945, eine moderne Wirtschaft, die den allermeisten Einwohnern einen hohen Lebensstandard garantiert, eine hervorragende soziale Versorgung und schulische Bildung für alle gehören zu den Errungenschaften der sozialen Marktwirtschaft. Dazu kommen eine enorme landschaftliche Vielfalt von den Alpen bis zur Küste und ein großes kulturelles Erbe vom ersten Buchdruck bis zum ersten programmierbaren Computer - zu besichtigen in zahllosen Museen der Republik. Und wenn dickköpfige Nordlichter und grantelnde Bayern es dann noch schaffen, ihren Mitmenschen freundlich zu begegnen, steht dem Urlaubsvergnügen nichts mehr im Wege.

Schweiz - Graubünden

Februar 12, 2008

Graubünden SchweizIn Graubünden, dem größten Kanton der Schweiz, tun sich mehr Dimensionen auf als anderswo - überspannt die ohnehin vielfältige Landschaft mit den 615 Seen und 937 Gipfeln doch imposante 4000 Höhenmeter. Sich zuerst von ewigem Eis faszinieren lassen und dann nach nur kurzer Strecke in mediterraner Umgebung wieder aufwärmen - in Graubünden kein Problem. Auch sprachlich wirds hier nicht eintönig, je nach Region hört man Deutsch, Rätoromanisch oder Italienisch. Eigenschaften wie “kontrastreich” und “bunt” sind in Graubünden wörtlich zu nehmen: Rot wie die Wagen der Rhätischen Bahn, gelb wie die Postautos, blau wie die vielen Seen und der Himmel über den 150 Tälern, grün wie Wälder und Weiden, goldbraun wie die Lärchen im Herbst, grau wie Burgen und Felsen, weiss wie Schnee und Eis. Man kann auf Rot setzen und sich von der Rhätischen Bahn nach Klosters, Davos, Arosa, St. Moritz, in die Surselva, ins Engadin oder ins Valposchiavo bringen lassen. Aussichtsreich ist es aber auch, auf Gelb zu setzen und mit dem Postauto nach Savognin und ins Val Müstair, auf die Lenzerheide, ins Val Mesolcina und ins Val Bregaglia zu fahren. Nichts zu tun mit Tristesse hat es, auf Grau und Weiß zu setzen, Gipfel zu stürmen, Wände zu bezwingen und Gletscher zu queren. Oder man setzt sich einfach ins Grüne und macht ein wenig blau. Wem der weite Raum des dünnbesiedelten Kantons irgendwann zu viel wird, der kann sich in eines der angesagten Events stürzen und in Graubünden Spaß pur haben: Sportlich beim Engadin Inline Marathon oder dem Swiss Bike Masters im Prättigau, musikalisch auf dem Ethno-Fstival im Oberengadin oder dem internationalen Musikfestival in Davos.

Familientaugliche Aktivitäten gibt es im ganzen Kanton rund um Heidi, das sympathische Mädchen aus Johanna Spyris gleichnamiger Geschichte, das seit über 1oo Jahren jede Generation neu begeistert. So können die Drehorte des Heidi-Films besucht werden, und man weiß hinterher ziemlich genau, warum Heidi so sehr an ihrer Bergwelt hing. Schließlich haben sich Natur und Menschen in Graubünden seither kaum verändert. In der Region Brigels zum Beispiel gehören Murmeltier, Steinbock und Hirsch zu einer frühmorgendlichen Wanderung dazu - und zwar ohne Gehege außenherum. Wer die Hochebene Val Frisal oder den höchst gelegenen und geschützten Fichtenwald in diesem Landstrich auf’s Programm setzt, kann sich auf intakte Natur aus nächster Nähe freuen.

Graubünden SchweizFür seine trockene und staub- wie pollenfreie Luft bekannt ist Davos, die höchst gelegene Kongress- und Ferienstadt in Europa, wo es sich richtig durchatmen lässt. Die Davoser Urlaubs-Kombination aus Sport, Natur, Nachtleben und Kultur steht ganz oben auf der Aktiv-Skala. Immer wieder neue Gestaltungsmöglichkeiten sorgen dafür, dass Graubünden-Reisende leicht zu Wiederholungen neigen. Vor allem traditionellen Ferienorten der Edelklasse wie Arosa und dem VIP-Ort Sankt Moritz, der mit seinem “prickelnden Champagnerklima” und dem Schweizer Sonnenrekord von 322 Tagen im Jahr aufwarten kann, wird erhebliches Suchtpotential nachgesagt - auch ohne Kokainkonsum à la Schickeria. Möglichst viel Graubünden in Kompaktform bieten organisierte Rundreisen mit Bahn oder Postauto, damit man auch nichts verpasst: Mit dem Postauto des Palm-Express in einer Welt der Gletscher und Schneegipfel im Oberengadin starten, an Seen vorbei, bis hin zu Palmen und italienischen Städtchen, wo ein oder mehrere Tage Zwischenstopp gemacht werden kann.

Graubünden SchweizIm Winter bekommt die Farbpalette einen Weiß-Schwerpunkt, was aber der Vielfältigkeit an Aktivitäten keinen Abbruch tut. Per Taxi-Gleitschirm samt Skiern durch die Lüfte gleiten, auf Hochgebirgs-Skitouren dem Himmel näher kommen; oder direkt rein in den Himmel und im Heißluftballon geräuschlos über verschneite Talschaften schweben, die vielfältige Natur, die unterschiedlichen Landschaften aus der Höhendimension neu entdecken. Sich von Profis die Sankt Moritzer Olympia-Bobbahn “hinunterchauffieren” lassen, auf dem Schlitten von Preda nach Bergün gleiten oder auf der Diavolezza zwischen Gletscherabfahrten wählen - Abenteuer einfach nicht den andern überlassen, sondern selber machen. Ob Skifahren, Snowboarden, Langlaufen oder Pferdeschlittenfahrten: Alles ist in den schneesicheren Wintersportgebieten Graubündens möglich. Natur und Trend stehen sich hier nicht im Weg, geboten werden Telemark-Fahren, Parabol-Ski, Schneegolf - das Spiel mit roten Bällen auf weissen “Greens”. Derartige Sportactivity ist möglich, aber nicht nötig, man kann auch einen Urlaub der kulinarischen sowie kulturellen Genüsse und völligen Erholung in klarer Bergluft abseits jeder Hektik verbringen. Entspannung für Körper und Seele versprechen die traditionsreichen Bäder mit ihren hochkarätigen Wellnessangeboten, so dass man in aller Ruhe Energie für den Alltag tanken kann.

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