Portugal - Algarve
Juni 21, 2008 · Diesen Beitrag drucken
Die Algarve, der südlichste Landstrich Portugals, liegt quasi zwischen Europa und Afrika. Einzigartig und atemberaubend schön ist hier die Küstenlandschaft von der Natur erschaffen worden. Jeder Abschnitt hat sein eigenes, unverwechselbares Gesicht. Kilometerlange, feinsandige Strände erstrecken sich an der „Sandalgarve“, der östlichen Hälfte der Küstenregion. Rot und gelb leuchtende, bizarr geformte Klippen mit kleinen, einsamen Sandbuchten bestimmen das Bild der „Felsalgarve“ im Westen. Genau auf der Spitze zwischen beiden liegt Faro, die Provinzhauptstadt. In der sehenswerten barocken Altstadt sind zahlreiche attraktive Geschäfte, die Kathedrale und der Bischofspalast einen Besuch wert. Jahrhundertelang von Arabern beherrscht, erinnert die Algarve in vieler Hinsicht eher an Afrika als an Europa. Die Mauren brachten die Kunst der Azulejos ins Land, detailreich bemalte Fliesen, die Häuser, Gassen und Parkanlagen wie das schmucke Schloss des Fürsten von Estói verzieren. Sie legten die fruchtbaren Gartenlandschaften an, die heute für ein grünes und abwechslungsreiches Landschaftsbild sorgen. Als filigrane, schlanke Schornsteine tarnten die Muslime nach der christlichen Rückeroberung ihre Minarette in Faro. Und sie verewigten sich in der dunkleren Hautfarbe der Algarvios.
Wer die deftigen Gerichte der portugiesischen Küche probieren möchte, sollte wie die Einheimischen in den Tascas essen. Grundlage sind Fisch, Meeresfrüchte, Reis und Olivenöl. Zu den typischen Spezialitäten zählen die Caldeirada, ein deftiger Fischeintopf mit verschiedenen Fischsorten, Kartoffeln, Tomaten und Zwiebeln, sowie Bacalhau, getrockneter Kabeljau, der angeblich in über 300 Variationen zubereitet werden kann. Häufig findet man auf der Speisenkarte auch gegrilltes Hähnchen mit Piri-Piri, einer scharfen afrikanischen Soîe aus rotem Pfeffer. Krönender Abschluss einer jeden Mahlzeit sind die Sobremesas, süße Nachspeisen wie Reis mit Zimt, Bratäpfel oder gebackene Köstlichkeiten aus Marzipan, die so poetische Namen wie „Engelsbäckchen“, papos de anjo, tragen. Vor jeder Mahlzeit wird im Restaurant das Couvert serviert, Brot und Butter, meist auch noch Oliven, Käse, oder verschiedene Pasten. Die Algarve selbst ist kein traditionelles Weinbaugebiet. Doch die benachbarte Region Alentejo und besonders der Norden Portugals genieîen einen guten Ruf in Sachen Wein und bieten eine große Auswahl. Zu den portugiesischen Besonderheiten gehören Portwein und Vinho Verde, „grüner Wein“, der mit seinem relativ niedrigen Alkoholgehalt und spritzigen Charakter an heißen Sommertagen sehr bekömmlich ist. Typisch für die Algarve ist hingegen der Medronho, ein Schnaps, der aus den Früchten des Erdbeerbaumes gebrannt wird.
Wenn eine Region so wunderschöne Strände besitzt wie die Algarve, steht natürlich Wassersport bei den möglichen Aktivitäten an erster Stelle. Vor allem im Barlavento, der Windseite der Algarve, sind die Bedingungen für Windsurfer, Wellenreiter und Bodyboarder geradezu ideal. In jedem Badeort findet man entsprechende Schulen und Ausrüster. Die felsige Küste bietet aber auch zahlreiche interessante Tauchgründe, ein großes Zentrum, das auch Nacht- und Wracktauchen anbietet, befindet sich in Lagos. Daneben gibt es in jedem Hafen und an jedem gröîeren Strand Angebote zum Segeln, Wasserskifahren oder Angeln. Auch für Golfer ist die Algarve ein Traum, denn hier liegen einige der schönsten Golfplätze Europas, die aufgrund des angenehmen Klimas das ganze Jahr über bespielbar sind. In den Gebirgen und Naturschutzgebieten hingegen finden Wanderfreunde einige schöne Strecken, die durch die vielfältige Vegetation führen. Tennisplätze findet man vornehmlich in Hotelanlagen der gehobenen Kategorie. Dafür sind die Reitställe in der Regel mit guten Pferden und Reitlehrern ausgestattet. Und wenn man sich mal nicht sportlich betätigen, aber auch nicht am Strand herumliegen möchte, bieten viele Veranstalter Ausflüge ins Landesinnere oder per Boot entlang der Küsten und Flüsse an.
Tanzen bis in die frühen Morgenstunden oder den Tag lieber beschaulich in einem gemütlichen Restaurant ausklingen lassen - dies und zahllose Möglichkeiten dazwischen sind an der Algarve möglich. Die größte Auswahl an Discotheken finden Nachtschwärmer in den Urlaubsorten an der Südküste. Am buntesten präsentiert sich das Nachtleben in Albufeira, Lagos und Faro. Die Groîraumdiscotheken in Albufeira sind in ganz Portugal bekannt, so das Liberto’s und das IRS, die beide einen integrierten Pool haben, oder das Locomia, in dem eine überdimensionale Sektflasche für Erfrischung sorgt. Das Nachtleben von Lagos bietet eine ähnlich große Auswahl für junge Leute. Beliebt sind etwa die Amuras Bar direkt am neuen Hafen von Lagos und das Rock-Café, in dem es erst nach Mitternacht richtig voll wird. In Faro ist die Kneipenszene stark studentisch geprägt, der Abend beginnt oft in der Bar Columbus, ehe man in die Discos Megahertz oder Emporium wechselt. Unzählige Restaurants und Hotels werben entlang der Küste um die Gunst der Gäste. Um die typisch portugiesische Küche kennen zu lernen, muss man jedoch ein wenig suchen. Am ehesten findet man sie dort, wo auch die Einheimischen essen, in den kleineren Restaurants, den Tascas. Oder man fährt ins bergige Hinterland der Algarve, wo in ursprünglichen Dörfern und Städtchen das Leben unberührt vom Fremdenverkehr seinen Gang geht.
Nur rund 40 Kilometer breit ist die Algarve und weist doch eine Vielfalt in Landschaft und Vegetation auf, die ihresgleichen sucht. Faro ist die Nase, die das Gesicht der Algarveküste teilt. Zwischen den rauen Gebirgshängen der Serra de Monchique im Norden und den atemberaubenden Steilküsten des Atlantik schufen Mensch und Natur eine abwechslungsreiche Region, die es zu entdecken lohnt. In den fruchtbaren Tälern des Gebirges wachsen Mandel- und Orangenbäume. Auf den Hängen mischt sich der Duft der Eukalyptuswälder mit dem Geruch von warmem Pinienharz. Dazwischen liegen ursprüngliche Dörfer und kleine Städte, die vor allem von Landwirtschaft und Viehzucht leben. Der Einsamkeit der Bergwelt steht das lebendige Treiben an der Küste entgegen. In den groîen Städten Faro, Lagos und Albufeira herrscht geschäftiges Treiben. Die historischen Zentren der Städte laden zum gemütlichen Einkaufsbummel ein. An den traumhaften Stränden der Westalgarve findet jeder Urlauber sein Ferienparadies. Prägend für die Mentalität der Algarvios ist der katholische Glauben, der sich am schönsten in den zahlreichen Festen äußert. Nach Gottesdienst und Prozession kommen Jung und Alt zusammen, um bei einem Festessen mit Musik und Tanz gemeinsam zu feiern. Zu den sehenswertesten Feiern gehörten das Festa da Nossa Senhora da Orada in Albufeira Mitte August und das Festa de Páscoa in São Brás de Alportel am Ostersonntag. Wer danach sucht, kann hier noch viel von der sprichwörtlichen Freundlichkeit der Algarvios finden.
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